Verbesserung von Sprache, Sprechen und Schlucken

Logopädie

Logopädie ist ein medizinisch-therapeutisches Fachgebiet, das der Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit und des Schluckvermögens dient. Einschränkungen betreffen Menschen aller Altersgruppen und finden sich in den Bereichen

  • Sprache
  • Sprechen
  • Stimme
  • Schlucken

Logopädie wird in den Sprachen Deutsch, Russisch und Englisch angeboten.

Die erste Behandlungseinheit beinhaltet ein Anamnesegespräch und eine ausführliche Diagnostik. Auf Basis dieser Informationen werden die Therapieziele gemeinsam formuliert. Anschließend folgt die Erstellung eines individuell zugeschnittenen Behandlungskonzeptes nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Üblicherweise erfolgen 6-10 Behandlungseinheiten in der Ordination, auf Wunsch vereinbare ich auch gerne einen Hausbesuch.

Störungen der Sprache und des Sprechens

Störungen können neurologischen Ursprungs sein, die in Folge von Schlafanfall, Schädel-Hirn-Trauma, Morbus Parkinson, ALS, MS und Chorea Hungtington etc auftreten. 

Bei funktionellen Stimmstörungen (funktionelle Dysphonie) spielen Umgebungsfaktoren (Lärmbelästigung und Luftqualität), physische Faktoren (anatomische Voraussetzungen, allgemeiner Gesundheitszustand und Reflux) und psychische Faktoren (Stress, Sorgen und Ängste) gemeinsam eine wesentliche Rolle.

Myofunktionellen Störungen (Muskelfunktionsstörungen im Mund- und Gesichtsbereich) sind auf ein fehlerhaftes Schluckmuster (viszerales Schluckmuster) zurück zu führen. Dieses wird durch erworbene Verhaltensmuster, z.B. offene Mundatmung, Daumen lutschen, Nägel beißen etc. verursacht. Dem zur Folge ist eine Zahnfehlstellung oder Kieferanomalie sichtbar.

Bei welchen Indikationen kann ich Ihnen als Logopädin helfen?

Therapie der Störungen in Folge einer neurologischen Erkrankung:

Bei einer Störung der Sprache (Aphasie) wird je nach Lokalisation der Störung im Gehirn zwischen motorischer Aphasie (Störungen in der Sprachproduktion), sensorischer Aphasie (Störungen im Sprachverständnis) und globaler Aphasie (wenn alle Symptome gebündelt auftreten) unterschieden. Die leichteste Form der Aphasie ist die amnestische Aphasie und ist durch Wortfindungsstörungen gekennzeichnet.  

Bei einer Störung des Sprechens wird zwischen Sprechapraxie und Dysarthrie unterschieden. Dabei sind die motorisch-artikulatorischen Fertigkeiten, wie Sprechmotorik, Stimme und Sprechatmung beeinträchtigt, das Sprachvermögen ist intakt.

Im Falle eines Schlaganfalls mit halbseitiger Gesichtslähmung oder einer Facialisparese nach Infekt können sowohl  Schwierigkeiten im Bereich der Aussprache als auch des Schluckens auftreten.

Therapie der Sprechstimme (funktionelle Dysphonie):

Falls Sie zu den Menschen gehören, die die Stimme im Alltag stark einsetzen und in letzter Zeit Ermüdungserscheinungen beim Sprechen verspüren, dann ist eine fachliche Konsultation anzuraten. Verschiedene Symptome weisen auf eine mögliche Einschränkung im Bereich der Stimme hin:

  • vermehrte Trockenheit im Mund und Rachenraum
  • Kloßgefühl im Hals
  • häufiges Räuspern oder Räusperzwang
  • hartnäckige Verschleimung
  • Heiserkeit
  • Verspannungen im Hals-, Nacken- und Kopfbereich
  • Spannungskopfschmerz 

Therapie einer myofunktionellen Störung:

Infolge eines Ungleichgewichts und ungenügender Koordination der am Sprechen und Schlucken beteiligten Muskulatur kann es ebenfalls zu einer Veränderung der Aussprache kommen. Diese ist meist durch die interdentale Bildung der Laute (Lispeln), offene Mundatmung, „liegende“ Zunge und erworbene Verhaltensmuster, wie z.B. Daumen lutschen und Nägel beißen gekennzeichnet. Therapie der primären Funktionen wie Atmen, Saugen, Kauen und Schlucken ist unumgänglich, insbesondere begleitend zu einer zahnärztlichen oder kieferorthopädischen Behandlung (z.B. Zahnfehlstellungskorrektur).

In allen Störungsbereichen ist konsequentes und unmittelbares Training erforderlich!

Vorsorgetipps:

Pflegen und schonen Sie Ihre Stimme!

Atmung, Bewegung, körperliche und seelische Verfassung, Aussprache und Stimme bilden eine Einheit. Bitte beachten Sie folgende Tipps: 

  • Trinken Sie viel, am besten kohlensäurearmes oder stilles Wasser. Salbeitee ist besonders zu empfehlen.
  • Rauchen schädigt Ihre Stimmbänder!
  • Versuchen Sie nicht zu räuspern, falls Sie ein Kratzen im Hals verspüren. Summen, schlucken oder husten Sie tief aus dem Bauch heraus.
  • Flüstern Sie nicht. Flüstern strengt die Muskulatur des Kehlkopfes an.
  • Versuchen Sie auch nicht zu schreien. Sprechen Sie nicht gegen laute Geräusche oder über weite Entfernungen.
  • Legen Sie Sprechpausen ein, insbesondere bei langen Sätzen. Atmen Sie ruhig durch.
  • Versuchen anstelle von lautem Sprechen deutlich zu sprechen. Durch eine deutliche Aussprache werden Sie besser verstanden.
  • Eine lockere Körperhaltung wirkt sich sehr positiv auf Ihre Stimme aus. „Herzhaftes“ Gähnen fördert die Entspannung der Gesichts- und Halsmuskulatur.
  • Um die Stimme morgens „in Gang“ zu bringen, summen Sie wenige Minuten und klopfen Sie Ihren Brustkorb ab.

Julia Vorrat ist freiberufliche Logopädin und Bachelor of Health.